Raspberry Pi Webserver apache2 installieren, so klappt es garantiert

So läuft der Aache2 Webserver auf dem Raspberry Pi garantiert mit nur wenigen Befehlen an der Konsole.

Apache2 installieren

Die Installation des Apache2 Webservers auf dem Raspberry Pi ist recht einfach und schnell erledigt. Wechseln Sie auf die Konsole des Raspberry und setzen den folgenden Befehl ab:

sudo apt-get install apache2

Der Paketmanager läd das Apache Webserver-Paket herunter und installiert diesen auf dem Raspberry. Weiterhin wird noch das Paket libapache2-mod-php5 benötigt, das Sie mit dem Befehl:

sudo apt-get install libapache2-mod-php5

ebenfalls mit dem Paketmanager apt-get installieren. Als nächstes benötigen Sie noch PHP5, das Sie ebenfalls mit dem Befehl:

sudo apt-get install php5

herunterladen und installieren können.

Sofern Sie das Raspberry Buster Lite ohne Desktop nutzen, kann es sein, das einige Pakete nicht mehr installiert werden, da sie eventuell schon existieren.

User und Gruppen für Apache2 einrichten

Jetzt ist es an der Zeit einige Gruppen und User einzurichten, die für den Betrieb des Apache-Webservers notwendig sind. Zudem müssen Sie die Berechtigungen dieser User vergeben.

groupadd und usermod www-data

Setzen Sie den gleichnamigen Befehl wie folgt in der Shell des Raspberry ab:

sudo groupadd www-data

Gleich daran anschließend den Befehl:

sudo usermod -g www-data www-data

Vermutlich werden Sie bei diesen beiden Kommandos mit der Meldung usermod: Keine Änderungen konfrontiert, in diesem Fall können Sie davon ausgehen, das die Version des PiOS diese Gruppen und User bereits eingerichtet mitbringt.

Der Apache2 Webserver läuft jetzt

Sofern Sie keine kritischen Fehlermeldungen erhalten haben, wurder der apache2 Webserver auf dem Raspberry Pi bereits gestartet und läuft im Hintergrund.

Die Startseite

Der apache2 Webserver bringt bereits eine Startseite als index.html mit. Es steht Ihnen natürlich frei diese an eigene Anforderungen anzupassen. Sie finden die Startseite auf dem Webserver unter dem folgenden Verzeichnis:

/var/www/html

In einigen Fällen kann es aber auch nur

/var/www/

sein.

FTP-Server aufrufen

Wenn der Apache auf dem Raspberry Pi läuft, können Sie auch via SFTP auf den Raspberry Pi zugreifen.

SFTP Konfiguration für den Raspberry Pi Apache2 ZugriffSFTP Konfiguration für den Raspberry Pi Apache2 Zugriff

Raspberry Pi Webserver über Browser anmelden

Damit Sie den Raspberry Pi Webserver erreichen können, muss der Raspberry Pi natürlich im Netzwerk bekannt sein in dem Sie sich ebenfalls mit Ihrem PC befinden - sonst funktioniert es nicht. Sofern Sie dies bereits bei der Installation des Buster Lite (oder andere) erledigt haben, können Sie den folgenden Befehl im Browser eingeben.

http://raspberrypi

Sofern Sie den Standardhostnamen übernommen haben, ist es raspberrypi ansonsten müssen Sie den Hostnamen wählen den Sie bei der Installation vergeben haben.

Sie sollten jetzt die Startseite des Apache-Webservers auf dem Raspberry Pi sehen.

Wenn es nicht funktioniert

Natürlich kann es immer sein, das die Installation irgendwo klemmt und Sie nicht das gewünschte Ergebnis erhalten. Bei mir treten immer wieder die selben Probleme auf, die Ihnen sicherlich auch passieren können.

Die URL und der Raspberry Server ist nicht erreichbar

Sehr häufig schafft es der Brwser nicht die URL http://raspberrypi korrekt im lokalen LAN oder WLAN aufzulösen oder versucht sogar http: in https: automatisch umzuwandeln. Die einfachste Lösung ist oft, nur den Hostnamen in der Adressleiste einzutragen (ohne http), dann sollte es schon gehen.

Gerade am Smartphone ist das schwierig, da der Browser ständig versucht "intelligent" die URL in etwas sinnvolles umzuwandeln - hier ist die konkrete IP-Adresse des Raspberry Servers besser.

Über die IP des Apache Webservers aufrufen

Möchten Sie ganz sicher gehen, das Sie auch wirklich diesen speziellen Raspberry Pi Webserver aufrufen, dann brauchen Sie die konkrete IP Adresse des Apache Servers. Gehen Sie einfach in die Konsole des Raspberry Pi Webservers und geben ifconfig ein, Sie erhalten dann in etwa die folgende Anzeige:

pi@raspberrypi: ifconfig
...
wlan0: flags=....
       inet 192.168.0.53 netmask...
...

"Package libapache2-mod-php5 is not available..."

PHP5 ist stand 2022 nicht mehr aktuell, verwenden Sie stattdessen PHP7 oder sogar PHP7.3 wie folgt:

sudo apt install libapache2-mod-php7.3

Löschen und Neuinstallation?

Auch kein Problem, denn es kann immer etwas schief gehen und Sie müssen die Installation des Raspberry Pi Webservers erneut aufsetzen. Nutzen Sie dafür die Befehle des Paketmanagers apt-get wie folgt:

sudo apt-get remove {PAKETNAME}
sudo apt-get autoremove {PAKETNAME}
sudo apt-get purge {PAKETNAME}

Unterschied zwischen apt-get remove und apt-get purge

Der Unterschied zwischen apt-get remove und apt-get purge ist, dass letzteres auch die zu den Paketen zugehörigen Konfigurationsdateien löscht. remove belässt diese für eine eventuell erneute Installation. Möchte man Pakete restlos entfernen, dann macht man das mit purge. Ein generelles apt-get remove sei angeraten, weil das in so einem Fall zumindest die Konfigurationsdateien bestehen lässt. Mit einem apt-get install könnte man die versehentlich gelöschten Pakete wieder installieren. Danach wäre dann alles wie vorher. Erst wenn man sicher ist, dass man von den Überbleibseln nichts mehr braucht, kann man sich ans "Aufräumen und Bereinigen" machen.

Unterschied zwischen apt-get remove und apt-get autoremove

Die meisten Benutzer kennen autoremove als Kommando, um ungenutzte Pakete zu entfernen. Allerdings kann man autoremove auch zum regulären Entfernen von Paketen und anstatt remove verwenden. Ein apt-get autoremove {PAKETNAME} entfernt nicht nur das jeweilige Paket, sondern auch noch die Pakete, zu denen es dann keine Abhängigkeiten mehr gibt. Ein apt-get autoremove geht beim Entfernen von Paketen gründlicher vor. Hinweis: Beim Benutzen von remove und purge und insbesondere autoremove ist Vorsicht geboten. Man muss grundsätzlich darauf achten, dass beim Entfernen von Paketen, nicht Pakete mitentfernt werden, die man eigentlich behalten wollte. Deshalb sollte man, bevor man das Entfernen von Paketen bestätigt, die angezeigte Liste genau ansehen. Es gab schon so manchen User, der sich mit apt-get autremove die grafische Benutzeroberfläche entfernt hat. Und das restlos.

Alternativen zum Apache auf dem Raspberry?

Sofern Sie eine kleinere und leichtere Installation bevorzugen, empfehle ich Ihnen den Weborf. Bei Weborf handelt es sich ebenfalls um einen Webserver für den Raspberry Pi, der jedoch extrem klein und einfach zu bedienen ist. Richten Sie für den Weborf ein eigenes Verzeichnis ein und starten den Deamon mit dem Befehl:

sudo weborf -b /home/pi/meinverzeichnis

Wenn in diesem Verzeichnis (-b = Basedirectory) eine index.html-Datei liegt, können Sie diese im Browser mit

http://raspberrypi:8080

aufrufen.